Es ist viel passiert in den letzten Monaten, deshalb haben wir einen kleinen Rückblick der Saison 2003 zusammen gefasst.
Zum Glück blieben uns schlimmere Krankheiten erspart. Bis auf eine Dermatophilose, die sich langsam in unsere Herden schlich, und ein seltsam neues Hufgeschwür, welches übertragbar zu sein schien, haben wir kaum Probleme gehabt. Mittels klassischer Homöophatie hatten wir alles schnell im Griff. Den Pferden geht es prächtig!
Dunja - "Die Zicke" machte ihrem Namen alle Ehre. Wir waren schon bereit, sie dem Eifelscout zur Verfügung zu stellen, da sie offensichtlich mit dem langsamen Tempo in unserer Gruppe nicht zurecht kam. Dunja konnte im Frühjahr nur von Pam, Guido oder mir geritten werden. Andauernd stand sie auf zwei Beinen und versuchte immer, gegen den Reiter zu agieren. Uns kam eine blendende Idee! Ich rief Martin, den Doc, zu uns, damit er sie mal unter die Lupe nehmen konnte. Mit Laser - Akupunktur - Gerät bewaffnet standen wir nun neben Dunja, die ganz ruhig und gelassen der Dinge harrte. Martin untersuchte sie ein paar Minuten lang, dann wurde die Wirbelsäule akupunktiert. Dunja war ganz ruhig und ihr schien es sehr zu gefallen. Martin wollte ihr nach der Behandlung noch "Tschüß" sagen, da fiel ihm Dunjas Kiefer auf. Sie kaute ununterbrochen. Martin tastete ihren Kopf ab und meinte: " Du, Mone, da ist ne Fehlstellung im Kiefer, schau du auch mal!". Ich tastete sie ab und erstaunlicherweise stimmte es. Das Lasergerät wurde wieder ausgepackt und genau auf den Punkt angesetzt, wo der Kiefer verrutscht war.
Am nächsten Tag ritt ich Dunja alleine zu mir nach Hause. Sie sollte einen neuen Beschlag bekommen. Zu meinem Erstaunen lief sie traumhaft. Legte sie doch kein einziges zickiges Verhalten an den Tag. Die nächsten zwei Tage hatte ich sie unterm Sattel und ich war jedes Mal glücklicher mit dem Pferdchen. Pam allerdings wollte es nicht so ganz glauben, hatte sie sich doch soooooo viel Mühe mit ihr gemacht. Sie meinte nur : " Wenn das heute wieder nix wird, dann kommt sie zu Karl, ist doch sonst Tierquälerei!"
Wir ritten zwei Stunden im Gelände, ich sah ab und zu in ihr Gesicht - ich
sag Euch: hätte sie keine Ohren, so hätte sie rund gegrinst!
Seit diesem Tag wird Dunja auch von Anfängern geritten und ist mega stolz auf
sich!
Joy:. Anfang der Saison hatte sie noch kleine Probleme in der Herde. Als rangniedrigstes Mitglied ist sie schnell vom Futter verjagt worden und fiel leicht in der Muskulatur zusammen. Hinzu kamen noch die Nachwehen der "Knasthaltung", die wir behutsam pflegten. Wir beschlossen, sie getrennt zu füttern! Den Sommer über integrierte sie sich immer schneller und lernte auch, sich durchzusetzen. Nun fühlt sie sich in der Herde rundum wohl und wird nur von bestimmten Schülern geritten.
Santana, Apollo, Mio, Serona, Silvan, D.J. und Dustin:
Kennen ihre Leute genau und freuen sich täglich auf ihre "Arbeit"!
D.J. war im Sommer ein kleiner Pechvogel, er verletzte sich mehrmals und wurde dementsprechend oft antibiotisch behandelt. Seinen neuen Job als Begleitpferd meistert er unter Guido phantastisch. Ist er doch die rechte Hand von Apollo J
Dustin, der sich hingebungsvoll den Anfängern opferte, machte seinem Namen Mr. Therapie alle Ehre!
Apollo wurde den Sommer über nur von mir geritten. Er war wie immer das Verlasspferd Nr. EINS! Er führte die Herde professionell durch den Eifelwald. Mit seinem Charme überzeugt er nicht nur mich J
Santana, die Queen, hat ihre Vorliebe für Claudia entdeckt und ich glaube, auch andersrum *hihihi*. Sie wird nur von fortgeschrittenen Reitern geritten, da sie sich ihre Reiter ganz spezifisch aussucht. Als Frontmanager in der Herde profiliert sie sich prächtig!
Mio war sehr sauer, wenn wir ihn mal einen Tag schonen wollten. Er ist zwar schon alt, aber "oh wehe", wir behandeln ihn so! Die einzige Regel von uns besteht darin, dass er bis höchstens 55 Kilo Reitergewicht tragen darf. Als "Ältester" der Herde agiert er als eine Art Medizinmann. So ist er immer noch das wichtigste Mitglied der Herde und das macht ihn unwiderstehlich!
Serona, die Süße, mag am liebsten Männer, mit denen sie ohne Ende flirten kann. Erfolgreich zeigt sie Ihren Reitern die Konsequenzen einer zu harten Hand oder einem nicht ausreichenden Hüftschwung. Hinzu kommt, dass sie viele vermeintliche "Nichtreiter" doch noch dazu bekommen hat, das Reiten zu lernen.
Silvan wurde fast nur von Sven geritten. Ein sehr harmonisches Paar! Kennt
man seine Vorgeschichte, so kann man kaum glauben, was aus ihm geworden ist.
Am Anfang des Sommers bekam er einen tollen Westernsattel, der natürlich mit
viel Stolz von ihm getragen wird. Sven durfte zum ersten Mal einen Sturz
notieren. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert.
Ich glaube, der Höhepunkt in diesem Sommer war die E-Mail von Wolfgang, dass seine Weide in Wolfert fertig eingezäunt ist. Wir freuten uns alle auf den langen Ritt dorthin. In Wolfert stand die Herde ganze drei Wochen. Das Gelände dort ist genauso traumhaft wie die Gastfreundschaft von Marlene und Wolfgang. War ich doch nie vor 24 Uhr zu Hause.
Unser Zuwachs an neuen Reitschülern ist an unserem Terminkalender zu spüren. Und wie auch im letzten Jahr sind es nur nette Leute.
Unsere Methode hat sich wohl herumgesprochen, so, dass wir uns vor Berittpferden kaum retten konnten. Pams größter Erfolg war schließlich ein 4 Jähriger Hannoveraner Wallach Namens Argon! Mein größter Erfolg wird gleich weiter unten angesprochen ;-)
Ein besonderes Ereignis war die Jux - Rallye bei Rita und Wolfgang in Weyer. Leider waren wir nur zu Viert unterwegs. Bine mit Serona, Guido mit Dunja, Sven mit Santana und ich mit Joy. Im Team bei der nicht so leichten Rallye im Wald (mit zwei unerfahrenen jungen Pferden) haben wir mit noch einer anderen Gruppe den ersten Preis gewonnen. In der Einzelprüfung im Trailparcours belegte Sven mit Santana den dritten Platz! Danke noch mal an Rita und Wolfgang für diesen tollen Tag und die perfekte Organisation!






Da die Seminare bei Euch so großen Anklang fanden, haben wir beschlossen, die
ganze Palette im nächsten Jahr zu wiederholen. Uns hat jedes Seminar sehr viel
Freude bereitet und wir durften sehr viel lachen, z.B. als Guido und Sven sich
durch ihre hohe Konzentration von Ihren Pferden joinen ließen!
Das schönste Seminar war jedoch das Join up mit Selina (Santanas Fohlen). Kamen
mir doch so heftig die Tränen, als ich sie zum ersten Mal reiten durfte. Danke
noch mal an die neue Besitzerin - Peggy!








Nach langen Tagen der Schmerzen und dem Entschluss, endlich mal zum Doc zu gehen - um eine nicht sehr erfreuliche Diagnose meines Rückens zu bekommen - beschlossen wir im August gemeinsam, dass die Pferde nicht mehr von mir beschlagen werden sondern von einem in unserem Sinne arbeitenden Hufschmied. Nach langem Suchen kamen wir zu ACHIM WUSSOW! Ein erstklassiger Hufschmied, der mit seinem Freund Axel seit 28 Jahren professionell beschlägt. Mit seiner ruhigen Art schafft er es in kurzer Zeit, unsere Pferde um den Finger zu wickeln.
Wir haben den Gedanken daran, dass Markus endlich anfängt, bei uns zu reiten, schon längst verworfen, als er auf einmal anrief, um einen Termin zu vereinbaren. Ein Mensch, der sich selbst unter den Scheffel stellte und nicht an sich glaubte. Schon nach den ersten Stunden wandelte er sich drastisch, so dass wir ihn (und ich glaube, er sich auch) nicht wieder erkannten. Markus hat ein Einfühlungsvermögen für Zehn! Treffender als aus seinem Mund kann niemand die Bewegungen eines Pferdes beschreiben. Markus reitet mittlerweile auch bei Karl und kommt bei uns mit jedem Pferd zurecht!
Bettina entschloss sich in diesem Sommer ein eigenes Pferd zu kaufen. Innerhalb einer Woche stand Pirott, ein Vollblut - Haflinger - Mix, schon in der Herde. Die beiden harmonieren ganz toll. Bettina hat allerdings noch viel Arbeit vor sich, weil sein Vorbesitzer keine Zeit für eine vernünftige Ausbildung hatte. Allerdings ist Pirott sehr lernfreudig und begreift schnell.
David Jansen, der sich soooooo gesträubt hat, seinen Eltern nachzueifern und nachzuempfinden, hat es nach langen Überredungskünsten seines Vaters Wolfgang doch noch geschafft, bei uns aufs Pferd zu kommen. Hätten wir nicht für möglich gehalten. Also David : Jetzt bist Du auch "INFIZIERT"!
Dann waren da noch die beiden Mädels, die wir sofort ins Herz geschlossen
haben : Sabine und Ulli! So viel Spaß hatten wir noch nie!!! Konnte ich doch
Sabine davon überzeugen, dass man im Gelände auch mal rückwärts auf dem Pferd
sitzt und Ulli davon, dass man einem Pferd den Sattel um den Hals schnallt *hihihi*
Etwas später durften wir dann auch die bessere Hälfte von Sabine kennen lernen.
Timm! Er wollte die Eifel auf keinen Fall zu Pferd erkunden sondern sich seiner
Vorliebe, dem Joggen, widmen, um sich anschließend beim Bügeln entspannen zu
können. Allerdings konnten wir ihn eines Besseren belehren *fg* Serona`s
Überredungskünste haben ihn letztendlich überzeugt!!!
Bine, unsere mittlerweile gute Seele im Team, machte nicht nur sensationelle Fortschritte beim Reiten, sondern integrierte sich schnell in unseren Tagesablauf. So war es ihr Wunsch, ALLES zu lernen, nicht nur das Reiten! Man gebe Pam und Mone den kleinen Finger ….! Arbeit haben wir immer und überall…. Da braucht man nicht lange fragen. So kam es dazu, dass Binchen immer öfter nach der Arbeit im Büro bei uns auf der Matte stand, mehrere Wochenenden hier verbrachte… und sich schließlich vom Stadtmädel zum Landei entwickelte. Zufällig wurde in der Nachbarschaft eine Wohnung frei. Dort wohnt Bine seit September. Alledem nicht genug, nu hat sie auch schon ein eigenes Pferd! Janosch, ein fuchsfarbener Warm - Kaltblut- Mix. Janosch ist 11 Jahre alt und steht seit dem 17.11.2003 in Golbach.

Tja, ich (Mone) durfte meinen ersten schlimmen Unfall verzeichnen. Nämlich am
28. August 2003! Bei einem Absteige - Versuch (nein, ich erzähl Euch jetzt
nicht, dass es ein kleines Pony war 9), zog ich mir ein "Unhappy Triad" zu. Auf
Deutsch: Ich zerriss mir das Innenband, den äußeren Meniskus und das vordere
Kreuzband im linken Knie. Was zwei Operationen zur Folge hatte. Nun habe ich sie
erfolgreich überstanden und darf nur noch abwarten und rehabilitieren! Das
Laufen will und muss neu gelernt sein 9. Die Ärzte gaben mir insgesamt 8 - 9
Monate, bis das Knie wieder vollkommen intakt wäre. Da ich aber die nötige
Motivation und den nötigen Ehrgeiz habe, denke ich mal … im März bin ich wieder
FIT! Zumal ich die richtige Pflege von meinen Privatkrankenschwestern bekomme.
Vielen Dank an dieser Stelle an meine Freunde: Pam, Bine, Guido, Ramona, Timo,
Toni! Hab Euch gaaaaaanz doll lieb!
Die alles daran setzen, um den Alltag "Normal" ablaufen zu lassen. Ich weiß,
dass ich keine pflegeleichte Person bin, besonders wenn es um Langeweile geht ….
aber ihr seid echt SPITZE!
An meinen ganz besonderen persönlichen Pfleger: Schön, dass es Dich gibt! Ohne
Dich wäre das alles nicht so einfach hinzunehmen! Ich Liebe Dich!!!


Im Rollentausch mit Mone macht sie sich prima. Muss sie sich doch statt Kochen und Kinderhüten nun als echtes Workaholic - Weib durchkämpfen. Neben den Reitstunden baut sie mal eben schnell nen Zaun oder hilft Opa Walter beim Stallbau. Während Mone zu Hause die Kidds, den Terminkalender und das Telefon hütet.
In Sachen Pünktlichkeit hat sich nicht sehr viel getan *lach*… Wir bitten aber um Verzeihung, wir haben schon eine neue Uhr bestellt, die auch die Minuten anzeigt! : Hinzu bestellten wir noch ein paar Stunden mehr für die kurzen Tage, doch die waren leider ausverkauft 9.
Pam ist noch auf der Suche nach einem vernünftigen Navigationssystem für die
"grüne Hölle", ein Waldgebiet in dem MANN (Guido) sich auch schon mal mit Karte
verreitet! Man hat dort wundervolle Ausblicke auf Mc Donalds usw.

So kommen wir auf Guido zu sprechen. Guido geht schon mal gerne auf eigene
Faust in die grüne Hölle. So auch an einem schönen sonnigen Nachmittag im
Sommer. Nach ca. 3 Stunden rief er mich verzweifelt an, damit ich ihn nach Hause
lotsen konnte. Das Gelächter war groß.
Als Berittführer macht er sich allerdings prima, ob mit D.J. oder mit Apollo,
den er seit meinem Unfall auch hin und wieder reitet! Eines Tages im Sommer
passierte es dann. Nach einer tollen Galoppstrecke mit Apollo bekam Guido ihn
nicht mehr durchpariert; am Zügelende hing nur noch das durchgebrochene Gebiss.
Apollo rannte immer schneller, so dass Guido sich gezwungen fühlte ab zu
springen. Apollo rannte mit Sam im Schlepptau weiter. Guido verletzte sich zum
Glück nur leicht am Bein. So schnell er konnte spurtete er den beiden hinterher.
In der Zwischenzeit war ich zu Hause bei den Kindern, als Sam an die Tür
kratzte. Ich dachte, er wäre der Gruppe davongelaufen - rief sofort auf Guidos
Handy an und erkundigte mich, was passiert ist. Sam wollte mich zu Hilfe holen,
während sich Apollo kurz vor meinem Haus entschied, doch zur Weide zurück zu
laufen. Ich fuhr ihm so schnell ich konnte hinterher. Er stand ziemlich fertig
vor Angst zitternd und schweißtropfend auf einer Wiese. Eine Frau hatte ihn
angehalten, abgesattelt und auf die Wiese gestellt. Pam stand schon mit Dunja
neben ihm und versuchte, ihn zu beruhigen. Sie brachte Apollo dann als Handpferd
zurück zur Weide, während ich eine extra Portion Futter holte.
Meine mitgebrachten Rescuetropfen (Notfalltropfen) musste ich allerdings erstmal
Guido verabreichen. Zum Glück ist beiden nichts Schlimmes passiert.
Sam und Dunja haben sich bei diesem Einsatz richtig ins Zeug gelegt, wussten
doch beide genau, was in diesem Moment zu tun ist!
Zu dem gebrochenen Gebiss: Ein Materialfehler! Es brach mit ungeheurer Wucht
in Apollos Maul. Das hat mit Sicherheit höllisch weh getan.
Ich schrieb dem Hersteller einen Brief, habe aber bis heute keine Antwort
erhalten!
Ich hoffe, dass Apollo zur nächsten Saison mit Bosal geritten werden kann.

Unser aller Liebling ist mit der Eseldame Blümi liiert. Sie ist auf alle fremde Hunde eifersüchtig, verjagt alles Bellende vierbeinige mit einem sehr bösen Gesicht von der Koppel.
Sam ist immer und überall dabei, passt genau auf, ob z.B. der Schmied die
Eisen richtig ansetzt oder die Schüler beim Satteln alles richtig machen ;-).
Unser ständiger Begleiter durch Dick und Dünn


Fotografen: Markus Erdelen, Guido Schmitz, Sabine Engelmann, Bettina Cautius, Simone Ewertz