Erfahrungsbericht Carola

Also, eigentlich habe ich eine riesige Angst und eine ganze Menge Respekt vor Pferden! Aber dann…

Es fing alles mit meinen Kindern an. Die Große wollte unbedingt Reiten lernen! Puh! Also fuhren wir zu einem uns empfohlenen Reiterhof ganz in der Nähe. Hier standen die Pferde alle „brav“ in ihren Boxen und warteten auf Beschäftigung. Für die Kinder waren immer 2 ganz besonders brave geputzt und gesattelt fertig in der großen Halle. Lernen konnte man nur Aufsitzen, Reiten, Absitzen und Bezahlen. Von einer Beziehung zwischen Pferd und Reiter war hier nie die Rede. Und so hatte auch meine Große einige Probleme „in die Gänge“ zu kommen. Nach einem Abflug vorne über aus voll gebremstem Galopp hatte sie dann auch erst mal eine Zeit lang genug vom Reiten. So ließen wir es also für einige Zeit.

Dann hörten wir vor einigen Jahren, ich glaube es sind jetzt bald 4, von einem Hof hier gleich um die Ecke. Hier wurde eine Reitweise angeboten, von der wir vorher noch nie gehört hatten: „back to nature“. „Was soll das heißen?“ dachten wir uns und fuhren einfach mal gucken.

Und dann: schon bei der Begrüßung war alles ganz anders! Es machte sofort „Klick“ zwischen Mone und uns, und wir fühlten uns gleich wohl. Hier gab es keine geschlossenen Boxen in denen die Pferde stehen. Nein. Die Tiere haben die freie Auswahl ob grüne Wiese, warmer Stall oder einfach nur Paddock. Und die Pferde strahlten von sich aus schon eine gewisse Ruhe aus, die es einem einfacher machte, den Tieren zu trauen.

So begann also der Kinderkurs. Jetzt musste mein Kind von vorne anfangen.

Pferd selbst von der Wiese holen, Putzen, Trensen, Satteln – alles die Dinge, vor denen sie sich vorher immer so elegant drücken konnte.

Aber, sie machte es mit Spaß und begann auch, mit den Pferden zu kommunizieren. Vorher sagte sie immer: „Was soll ich dem Pferd denn sagen?“ Jetzt wurde schon beim Putzen mit dem Pferd erzählt wie schön es doch sei.

Und auch ich fand den Umgang mit den Pferden immer interessanter. Im kältesten Winterwetter wenn Platzstunde war, saß ich tapfer am Rand und schaute frierend meiner Tochter zu, wie sie strahlend immer mehr lernte und ihr Lieblingspferd Shandra, eine russische Vollblutstute, ihr auf die leisesten Zeichen hin folgte.

Mone meinte dann irgendwann mal: „Jetzt ist die Mama mal dran!“ Ich wehrte mich noch ein wenig, aber als ich dann zum ersten Mal auf dem großen Dustin saß, dachte ich mir nur „Wow!“ Es war zwar ziemlich hoch, aber doch schön. So begann ich damit, Dustin hier und da „trocken“ zu Reiten. Schön langsam natürlich, weil ich hatte ja immer noch Angst.

Ich weiß nicht mehr genau wie, aber, es wurde immer mehr und mein Interesse am Reiten stieg. Also wurde von Mone mal probeweise eine Platzstunde vorgeschlagen. Und ich sage Euch, nach dem Muskelkater musste ich einfach weitermachen!

Die Platzstunden wurden dann jetzt öfter zusammen von Mutter und Kind genommen und ich lernte dazu.

Auch ich fand schnell mein Lieblingspferd (nachdem ich einige kuriose Ausflüge auf einem Haflinger unternommen hatte… J) Serona, eine American-Paint-Horse Stute. Wir Beide laufen meiner Meinung nach auf einer Wellenlänge durchs Leben. Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich so etwas mal von einem Tier behaupten würde, aber, es stimmt.

Und mit Mone als Reitlehrerin habe ich mich dann auch schnell auf meinen ersten Ausritt eingelassen. Sie macht nichts, was man selbst nicht möchte, sondern geht auf den Schüler ein und schenkt Vertrauen. Von Ritt zu Ritt wird dazugelernt und Mone schaut sich alles glaube ich ganz genau an, um zu wissen, wie viel sie dem Schüler beim nächsten Mal zumuten kann.

Das Beste war bis heute, mein erster Galopp. Pferde können fliegen!! So ein Gefühl gibt es wirklich nicht noch mal. Hätte mir jemand das vor den 4 Jahren erzählt… Ja, ja!!

Und so, kommt es, dass wir jetzt schon zu dritt bei Mone Reiten.

Ich vertraue ihr meine Kinder an, weil ich genau weiß, dass die Zwei hier gut aufgehoben sind.

Ach ja. Meine Angst vor den Pferden ist zwar verschwunden, der Respekt aber ist noch da! Weil ich auch denke, dass man nur mit Respekt dem Anderen gegenüber, egal ob Mensch oder Tier im Leben weiterkommt.

Der andere Reitstall übrigens; ich glaube, wir würden noch heute Runden in der Halle drehen und ich hätte noch nie auf einem Pferd gesessen und wäre geflogen

Carola