Respekt vor dem Tier

Pressemitteilung vom 05.07.2008, Kölnische Rundschau

Der Österreicher Chriss Kremer bestand 2005 als weltweit erster „Horseman“ die vom berühmten GaWaNi Pony Boy abgenommene Abschlussprüfung an der „Iyuptala University“. In der indianischen Tradition des „Native American Horsemanship“ geht es darum, die Sprache der Pferde zu verstehen, um eine tragfähige Beziehung mit ihnen einzugehen. „Das setzt vor allem eines voraus: Respekt, volle Aufmerksamkeit und Liebe für das Pferd“, sagt Kremer. Dabei achtet er auf jede Geste des Tieres, oft nur die Andeutung einer Bewegung.

In seinen Seminaren arbeitet der Fachmann mit jedem einzelnen Schüler und seinem Pferd. Die Reiter lernen, wie sie ihr Pferd noch besser verstehen können und haben die Möglichkeit, an konkreten Problemen zu arbeiten.

Auf Einladung von Simone „Mone“ Artar gibt Kremer am 16. und 17. August auf dem Frohnrather Meisenhof sein Wissen an eine kleine Gruppe weiter. Teilnehmer können ihr eigenes Pferd mitbringen und im Meisenhof unterstellen oder vor Ort ein Pferd leihen. Noch sind ein paar Restplätze verfügbar. (alg)

Informationen und Anmeldung zum Kurs bei Mone Artar, Tel. (0178) 278 41 58.

Quelle: Kölnische Rundschau

Das i-Tüpfelchen für alle Pferdefragen

Mone Artar, Betreiberin von „Riders Way Out“, hat den „Pferdeflüsterer“ Chriss Kremer zu einem Seminar auf dem Frohnrather Meisenhof in die Eifel eingeladen. Mit ihr sprach Alice Gempfer.

Was genau ist „Riders Way Out“?

Wir vermitteln als Reitschule eine kooperative Reitweise.


Was bedeutet das?

Dass Pferd und Reiter als Team verstanden werden. Dabei verzichten wir möglichst auf jeden Druck und auf alle „Hau-mich-blau-Gegenstände“ wie etwa Sporen.


Wie kam es dazu?

Zum einen durch die Pferde selbst. Ich bekam Kontakt zu einem Trainer von der Recklinghausener Rennbahn. Er suchte damals Käufer für Pferde, die ausgedient hatten oder durch einen Unfall nicht weiter als Rennpferde verwendbar waren, um sie vor dem Schlachter zu retten.


Und Sie haben welche gekauft?

Ja, aber ich merkte, dass wir da mit der herkömmlichen Reitweise nicht weiter kamen. Man musste diese Pferde einfach anders reiten.


Und dann?

Parallel ärgerte ich mich immer mehr über die klassische Reitweise mit dem ganzen Druck, der auf die Pferde ausgeübt wird. Nach einem Reitunfall wusste ich dann auch endgültig, dass jetzt etwas anderes ansteht.


Wie ging es weiter?

Ich habe von vielen Lehrern gelernt, auch vom berühmten „Horseman“ Monty Roberts. Mit der neuen Methode, dem Beziehungstraining mit Pferden, hatte ich sehr viel Erfolg. Aber irgendwann merkte ich: Die Arbeit mit den Pferden geht nur bis zu einem gewissen Punkt.


Und Sie wollten weiter?

Ja. Mit Pony Boys Buch „Horse, follow closely“ über die indianische Reitweise und Art des Beziehungstrainings fand ich das auch. Aber ein Termin mit ihm hier in Deutschland war nicht möglich. Doch der Traum hat mich nie losgelassen. Jahre später stieß ich im Internet auf seinen Schüler Chriss Kremer und fühlte mich gleich angesprochen. Die Chemie zwischen uns stimmte sofort, mittlerweile kommt er zum dritten Mal.


Was macht die Seminare aus?

Das ist einfach das i-Tüpfelchen für alle offenen Pferdefragen. Zudem vermittelt er sein Wissen unheimlich gut, so dass die Schüler es optimal umsetzen können.


Worauf basiert seine Arbeit?

Der entscheidende Unterschied bei der indianischen Sichtweise ist, dass das Pferd als der eigentliche Lehrer verstanden wird, von dem wir lernen. Wir können seine Sprache lernen und so eine tragfähige Beziehung aufbauen. Diese läuft ein Leben lang weiter und wird immer wieder ausgetestet. Die indianische Art liefert dazu die Basis - mit ganz viel Liebe.

Quelle: Kölnische Rundschau